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Bundespräsident besucht engagierte Menschen in Halle-Neustadt

Am 25. Februar 2019 besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Stadt Halle. Anlass war eine Diskussionsveranstaltung mit Menschen, die im Stadtteil Halle-Neustadt wohnen oder sich dort für gesellschaftliches Miteinander engagieren. Im KulturTreff Halle-Neustadt saßen an diesem Tag Menschen zusammen, die sich für ehrenamtliche Sozialberatung oder Nachhilfe, in Vereinen, für Stadtteilgeschichte oder in Migrationsnetzwerken engagieren. Unter den Teilnehmenden fanden sich außerdem Schüler*innen der benachbarten Berufsschule und Lehrlinge vom Ausbildungszentrum (ABZ) Bau in Holleben.

Rathaus, Oberbürgermeister und ein Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Halle gehören bei einem Besuch des Bundespräsidenten selbstverständlich dazu. Als der Bundespräsident mit seiner Frau, Elke Büdenbender, Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU) und Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) anschließend im Saal des KulturTreffs Platz nahmen, warteten knapp 60 Teilnehmende gespannt. „Lassen Sie uns reden“ war das Motto der Veranstaltung. Mit diesem Slogan tourt der Bundespräsident in diesem Jahr durch das Land und möchte damit den Dialog zwischen Bürgern und Politik fördern. Eingebettet ist das Ganze in eine bundesweite Kampagne der 16 Landeszentralen und der Bundeszentrale für politische Bildung anlässlich des 70-jährigen Jubiläums des Grundgesetzes. Bundespräsident Steinmeier ist Schirmherr der Kampagne: „Demokratie ganz nah – Ideen für ein gelebtes Grundgesetz“.

Die Diskussion in Halle-Neustadt drehte sich zumeist um Themen, die den Lebensalltag der Anwesenden ganz praktisch tangieren: unterschiedliche Entlohnung in Ost und West, Rente und Pflege, Integration, Sprachkurse und auch Alltagsrassismus, mit dem Engagierte konfrontiert sind. Antworten fielen bei manchen Themen nicht leicht. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident oder der hallesche Oberbürgermeister halfen aus, wenn es um landes- oder kommunalspezifische Aspekte ging.

Frank-Walter Steinmeiers Eindruck ist, „dass sich das politische Klima und die politische Sprache in den letzten Jahren doch sehr verändert“ haben: Härter und unversöhnlicher sei sie geworden und es gäbe wenig Bereitschaft, Menschen mit anderer Meinung überhaupt zuzuhören. Dabei ginge es genau darum, „sich gegenseitig zuzuhören und vielleicht auch in Kauf zu nehmen, dass der Andere ein klein bisschen Recht haben könnte, um dann darüber ins Gespräch zu kommen und um die bessere Lösung zu ringen“. Sein Fazit im Anschluss an die Diskussion: „Gespräche wie diese muss es in den Stadtteilen, in den Gemeinden immer wieder geben, damit jeder die Möglichkeit hat, erstens seinen Ärger loszuwerden und zweitens sich darüber zu informieren, wo politische Entscheidungen getroffen werden müssen, wo sie schon getroffen worden sind und warum sie so getroffen wurden.“

Vor der Tür des KulturTreffs hat der Bundespräsident zusammen mit Lehrlingen vom ABZ Bau Holleben eine Beton-Stele enthüllt, auf der aus dem ersten Artikel des Grundgesetztes der Satz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ zu lesen ist. Diese und weitere Beton-Stelen wurden in Kooperation des Ausbildungszentrums mit der AWO SPI GmbH angefertigt und sollen in den folgenden Wochen an unterschiedlichen Plätzen im Stadtteil installiert werden. Damit soll die Präsenz des Grundgesetzes im alltäglichen Leben praktisch greifbar gemacht werden.

Eingeladen zur Veranstaltung hatte die Landeszentrale für politischen Bildung Sachsen-Anhalt zusammen mit der AWO SPI GmbH. Im Rahmen der gemeinsamen Kooperation steht die Förderung von Dialog- und Beteiligungsformaten zu vielfältigen Anliegen im Stadtteil im Mittelpunkt.

Interessierte sind herzlich eingeladen.

Mehr Informationen finden Sie unter: www.dialog-halle-neustadt.de.

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AWO Bundesverband