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Teilhabe durch Bildung für Roma in der Stadt Halle (Saale)

Unter den zugewanderten Menschen in Halle stellen Roma eine besondere Gruppe aufgrund einer zum Teil jahrhundertelangen Diskriminierung in ihren Herkunftsländern dar. Diese Diskriminierung führt nach wie vor oft zu einem stark erschwerten Zugang zu Bildung, zum Arbeitsmarkt und zum Gesundheitssystem. Und sie ist ein Grund dafür, warum sie diese Heimatländer auf der Suche nach Arbeit verlassen. Bildungsferne, nicht vorhandene Schulabschlüsse und fehlendes Wissen um die in der Schule vermittelten Normen und Werte der Mehrheitsgesellschaft bilden so die Notwendigkeit für eine soziale Arbeit mit dieser Bevölkerungsgruppe. Die mangelnde Schulbildung führt wiederum zur ökonomischen Unsicherheit und erschwert die Integration.

Die im Vorläufer-Projekt Unterstützung der Partizipation und Integration von Roma in der Stadt Halle (Saale) gewonnenen Erfahrungen auch in der aufsuchenden bzw. mobilen Arbeit und dem Austausch mit schulischen Akteur*innen hat deutlich gemacht, dass der regelmäßige Schulbesuch der Romakinder und -jugendlichen ein zentrales Problem darstellt.

Dabei sind die Kinder und Jugendlichen aus der Kulturgruppe der Roma in Halle einer besonderen Konfliktsituation ausgesetzt: Sie stehen zwischen dem Integrationswunsch und den Teilhabeangeboten der Mehrheitsgesellschaft, welche sich konkret in einem tatsächlichen Schulbesuch und darauf aufbauend dem Lernen eines Berufs äußern, und den aus Jahrhunderten der Marginalisierung bzw. Diskriminierung entstandenen kulturellen Werten und Normen, die ihren Familienalltag prägen. Ihre Eltern können ihnen in dieser Situation nur schwer helfen. Auch die Schule bzw. die Schulsozialarbeit ist nicht ausreichend gewappnet, um in dieser Situation zu vermitteln.

Kurz, diese Kinder und Jugendlichen werden aufgefordert, sich zu integrieren, sie verfügen aber nicht über die sozialen Kompetenzen, dies auch zufriedenstellend zu bewerkstelligen.

Hier setzt das Projekt an: Kinder und Jugendliche der Roma-Community in Halle werden durch ergänzende schulische bzw. außerschulische Angebote so gestärkt, dass sie die Gratwanderung zwischen Teilhabe an der und Integration in die Mehrheitsgesellschaft einerseits und den ihnen eigenen kulturellen Normen und Werten andererseits erfolgreich meistern können.

Daraus wird die Arbeit des Projektes abgeleitet:

  • In Halle lebende Kinder und Jugendliche aus der Roma-Community werden zur Wahrnehmung der Schulpflicht motiviert; ihre Eltern werden in der Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgaben im Sinne der Einhaltung der Schulpflicht empowert.
  • Es werden Instrumente und Angebote entwickelt, die es Kindern und Jugendlichen, deren tatsächlicher Bildungsstand nicht altersgemäß ist, ermöglicht, diese Lücken zu schließen.
  • Es wird ein Umfeld geschaffen, welches den Lernerfolg dieser prekär lebenden Bevölkerungsgruppe fördert. Mitschüler*innen und Lehrende sollen sensibilisiert, unterstützt und ggf. fortgebildet Gleiches gilt für die Elternhäuser, die bei der Bereitstellung der materiellen Voraussetzungen für den Lernerfolg unterstützt werden müssen.
  • Es werden Angebote gemacht, die diese Kinder und Jugendlichen im Umgang mit ihrem Status als ethnische Minderheit stärken und sie darin bekräftigen, darin eine Chance zu sehen. Sie werden ermutigt, die Chancen zu ergreifen, die eine Integration in die Mehrheitsgesellschaft bieten, welche dadurch wiederum bereichert wird.

Beratungszeiten

Montag – Donnerstag 9-13 Uhr
Mendelssohn-Bartholdy-Str. 11
06124 Halle

Mittwoch 16-19 Uhr
Merseburgerstr. 120
06110 Halle

oder nach Vereinbarung

Kontakt

Valerie Gräser

Andreas Hemming

Gefördert durch:

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